Freitag, 18. November 2011

Auf den Bus warten


Letze Woche war es für Mona und mich endlich sowiet: Nach knapp 3 Monaten harter Arbeit stand endlich die erste Woche Urlaub ins Haus! Unser Ziel waren die „Cataratas del Iguazu“, die weltberühmten Wasserfälle. Nicht grade bei uns um die Ecke, aber bei 7 Tagen Urlaub kann man schon mal 2 im Bus verbringen – was soll der Geiz! Um 5 hr morgens ging es hier in San Marcos los, im ersten Bus nach Cordoba. Für die knapp 170km braucht der Bus ca. 4 Stunden, aber man konnte nach dem frühen Aufstehen noch ein bisschen Schlaf nachholen. In Cordoba war dann erst mal warten angesagt, denn unser Bus nach Puerto de Iguazu (so heißt das kleine Städtchen in der Nähe der Wasserfälle) ging erst 4 Stunden später. Uns blieb dafür aber noch Zeit Cordoba ein bisschen unsicher zu machen und uns mit neuen Flip Flops und komplettem Mate-Set für die Reise auszurüsten! (Leider mussten wir schon im Bus feststellen, dass eine Thermoskanne für 6 Euro doch nicht soooo viel taugt und schnell mal ausläuft....)
Als wir dann pünktlich um 13.00 Uhr am Bussteig standen und in unseren im Vorraus gebuchten und bezahlten Bus steigen wollten hab ich mal so richtig gemerkt wie deutsch ich doch bin, und wie sehr ich Pünktlichkeit zu schätzen weiß. Selbst die Deutsche Bahn schafft es ja bei einer Stunde Verspätung eine Durchsage zu bringen... :P Der Bus kam nach einer Stunde bangem Warten dann doch noch an, und Dank Buchung im Vorraus hatten Mona und Ich uns die betsen Plätze gesichert – Ganz vorne, oben im Doppeldeckerbus! Außerdem hatten wir 10 Euro mehr investiert um im „Coche-cama“ Bus zu fahren, d.h. eine Stufe komfortabler. Das ließ auch wirklich nichts zu wünschen übrig, die Sitze waren wie Chefsessel und wir konnten die ganze Nacht schlafen. Nach 22 Stunden Fahrt waren wir dann auch endlich an unserem lang ersehnten Ziel – Puerto de Iguazu!
Da wir schon um 10 Uhr morgens da waren haben wir den Tag direkt genutzt um uns ein bisschen das Dorf anzuschauen – alles sehr touristisch – und sind zum „Hito Argentino“ gelaufen. Zur Erklärung: Puerto Iguazu liegt ganz im Norden Argentiniens und grenzt dort an Brasilien und Paraguay. Die Grenze zu Brasilien ist der Rio Iguazu (Rio = Fluss) und die Grenze zu Paraguay liegt im Rio Parana. Der besagte „Hito Argentino“ ist der Punkt, an dem sich die beiden Flüsse treffen. Man selbst steht also in Argentinien und kann gleichzeitig nach Brasilien und Paraguay rüber schauen. Und selbst Mona, als stolze Kölnerin, musste zugeben das die Flüsse von der Größe mal ganz locker mit dem Rhein mithalten konnten! :P
Darunter haben wir gebadet
Am nächsten Tag wollten wir dann natürlich dirket zu den berühmten Wasserfällen. Man kann sie sowohl von Argentinien aus, als auch von Brasilien aus bestaunen, jeweils aus einem Nationalpark. Zuerst sind wir auf der argentinischen Seite gewesen. Schon früh morgens haben wir uns zusammen mit einem riesigen Schwung Touristen im us aufgemacht zum Nationalpark. Statt dort direkt die einfachen Wege direkt zu den großen Fällen zu gehen, haben wir uns für eine Wanderung durch den Urwald zu einem kleinern Wasserfall entschieden. Das war auch eindeutig die richige Entscheidung, denn dort waren wir, im Gegensatz zum Rest vom Park, noch relativ ungestört. Angekommen am Wasserfall haben wir uns direkt erst mal einen „Tereré“ gegönnt – einen Mate statt mit heißem Wasser mit kaltem Saft aufgegossen, also ideal für heißeres Klima. Und danach sind wir, ja, man glaubt es kaum.... Trommelwirbel... unter dem Wasserfall schwimmen gegangen! Das war einer der Höhepunkte des Urlaubs! Das Gefühl unter dem Wasserfall zu stehen war einfach unbeschreiblich! Und das, obwohl das Wasser eiskalt war! Danach sind wir dann zu den „richtigen“ Wasserfällen... auch einfach unbeschreiblich! Ich glaube, ich lass hier einfach die Fotos für sich sprechen! Zum gelungenen Abschluss des Tages haben wir uns dann noch eine Fahrt im Schnellboot gegönnt, das uns direkt unter die Wasserfälle gefahren hat, sodass wir bis auf die Knochen durchnässt waren – einfach toll so direkt unter einem Wasserfall zu stehen, bzw. dahin gefahren zu werden. Insgesamt waren wir ganze 9 Stunden im Nationalpark und sind ca. 15 km gelaufen (und das in 33 Grad). Auf dem Weg hatten wir außerdem das Vergnügen mit Schildkröten, Echsen und Affen!
Den nächsten Tag haben wir erst mal ruhiger angehen lassen und waren in einem Tierreservat, wo wir noch mehr Urwald gesehen haben und außerdem noch diverses Getier. Unter anderem einen Tukan, Affen und Papageien. Wir haben unsere Kräfte gesammelt, denn am nächsten Tag ging es nach Brasilien. Das ganze natürlich, stilecht, wieder per Bus. Der Bus setzt einen an der Argentinischen Seite ab, damit man ausreisen kann. Dann wartet man auf den nächsten Bus, der einen über die Brücke, über den Rio Iguazú, zur Brasilianischen Grenze bringt. Dort reist man dann offiziell ein. Und dann wartet man auf den nächsten Bus der einen in das Stadtzentrum von Foz do Iguazu bringt, der nächsten Stadt auf der brasilianischen Seite. Das ganze involviert also  eine ganze Menge auf-den-Bus-warten, was eindeutig eine unserer Hauptbeschäftigungen im urlaub war! :P (Fast hätte ich es vergessen – in Foz de Iguazu muss man natürlich noch auf den Bus warten der einen zum dortigen Nationalpark bringt!)
Die Ansicht von der brasilianischen Seite aus ist noch mal ganz anders als von der argentinischen, aber kein bisschen weniger beeindruckend. In Brasilien ist man erst einmal nicht ganz so nah dran, aber man hat einen viel schöneren Panoramablick über die gesamten Wasserfälle. Ich kann mich auf jeden Fall nicht entscheiden welche Seite ich besser fand – beide haben sich voll und ganz gelohnt. Wir hatten auf der argentinischen Seite schon eine Menge verschiedener Schmetterlinge gesehen, aber in Brasilien hat sich diese Auswahl noch einmal erweitert. Mona hat fleißig alle verschiedenen Muster auf Kamera festgehalten! Außerdem haben wir viele dort heimische „Coatis“ (eine Art Nasenbär)  gesehen, die schon völlig an Menschen angepasst sind und total heiß auf ihr Essen. Auch um unseren Rucksack ist einer rumgeschlichen, aber Mona hat ihn zum Glück todesmutig in die Flucht geschlagen. Auf dem Rückweg haben wir dann noch in einem brasilianischen Supermarkt halt gemacht und uns direkt mit den heimischen Früchten eingedeckt – Papaza, Maracuya, Goiaba und Mango – hat genau so lecker geschmeckt wie es sich anhört! Der Rückweg nach Argentinien bestand dann wieder mal aus was wohl – genau – auf-den-Bus-warten!
Unsere Fruchtauswahl
Da wir sonst so schnell wahrscheinlich nicht noch mal die Chance bekommen haben wir uns entschieden unseren letzten Urlaubstag in noch einem anderen Land zu verbringen – Paraguay! (Außerdem warten wir ja auch so gerne auf Busse...) Auf dem Hinweg hatten wir zum Glück einen Direktbus nach „Ciudad del Este“, der zweitgrößten Stadt Paraguays, dirket hinter der Grenze. (Man muss erst Brasilien passieren und kommt dann nach Paraguay) Nach Paraguay fahren im Grunde nur alle Argentinier und Brasilianer um billig einzukaufen, vor allem Elektroartikel. Wir, das ruhige San Marcos mit seinen paar Läden gewohnt, wurden von diesen Menschenmassen und dem Konsumangebot schon ein bisschen erschlagen. Man hat das Gefühl es gibt mehr Verkäufer als überhaupt Käufer zur Verfügung stehen. Alle kleine Läden verkaufen mehr oder weniger das gleiche, natürlich alles gleich gefälscht! Ich weiß nicht wie oft ich an dem Tag „No, gracias“ sagen musste, aber manche Verkäufer waren auch wirklich hartnäckig. Nachmittags haben wir dann an der Straße, die auf die Grenze zugeht, auf unseren Direktbus zurück nach Argentinien gewartet. Mit einer Stunde Verspätung trudelte dieser dann auch endlich ein, aber – er war voll! Der Fahrer hat uns einfach nicht mehr die Tür aufgemacht und gedeutet auf den nächsten Bus zu warten. Da wir auf diesen muss eine weitere Stunde hätten warten müssen (mit der Aussicht das auch dieser wieder voll gewesen wäre) haben wir uns für die unkonventionellere Methode entscheiden –wir sind Moto-Taxi gefahren! In Paraguay fahren nämlich Mottorräder herum, die als Taxis dienen, uns jeweils einen Passagier mitnehmen. Mona hatte die Dinger schon den ganzen Tag mit großen Augen angeschaut und wollte gerne mitfahren. Also haben wir uns jeder ein Taxi geschnappt, und zwei nette Herren haben uns über die Grenze nach Brasilien gefahren. Nebenbei haben diese zwei netten Herren auch noch das Geschäft des Tages gemacht, da ich kein brasilianische Währung hatte und meine Pesos auch nicht passend, sodass er mit irgendwas in Brasilianischen Realis wiedergegeben hat. Leider stand der Bus in dem wir mit mussten direkt vor uns, sodass keine Zeit zum diskutieren blieb (zumal ich zu dem Zeitpunkt auch nur froh war erst mal einen Weg raus aus Paraguay gefunden zu haben). Im Endeffekt haben wir es ohne Probleme zurück geschafft und es war ein wirklich aufregender Tag!
Und dann war der Urlaub leider auch schon wieder vorbei... Am Abreisetag hatten wir eigentlich noch bis 4 Uhr Zeit, aber es goss in Ströhmen, was uns den Abschied dann nicht ganz  so schwer machte.
Alles in allem war es ein total toller Urlaub – Iguazú ist wirklich zu empfehlen- aber wir haben unser „Heim“ schon ein bisschen vermisst und es war schön alle wieder zu sehen.
Eine der ersten Fragen von einem Kind: „Wart ihr in Deutschland?“

Montag, 17. Oktober 2011

La Quiaca und Bolivien


Salzwueste
Unser Auto
Wie viele von euch vielleicht schon auf facebook gelesen haben, haben Mona, Gunnar, Anna, mein Chef Julio und ich uns letze Woche sehr spontan zu einem Kurztrip nach La Quiaca aufgemacht, eine Stadt ganz im Norden Argentiniens, direkt an der Grenze zu Bolivien. Donnerstag morgen um 5 Uhr ging es los, aber erst Mittwoch Abend hatte Julio uns verraten, dass er gerne zwei von uns mitnehmen würde. Da wir alle unbedingt mit wollten hat er es sich aber zum Glück noch anders überlegt und wir konnten alle zusammen fahren! In La Quiaca fand eine Versammlung einer Kirche statt. Wir haben von unserer Stiftung Kleider- und Essensspende dorthin gebracht und geholfen wo es nötig war. Es ging (soweit ich es verstanden hab) darum, Menschen des gleichen Glaubens (Evangelen, die in Argentinien alle sehr streng gläubig sind) zusammen zu bringen, zusammen Gottesdienst zu feiern und auch über verschiedene Sachen zu diskutieren. Das besondere war dabei, dass Menschen von überall kamen, also auch aus dem weiten Umland, die sonst nicht in die Städte kommen, und grenzübergreifend aus Bolivien.
Wie schon gesagt ging es am Donnerstag Morgen um 5 Uhr los – 16 Stunden Fahrt lagen vor uns! Wir sind mit dem großen Minivan der Stiftung gefahren, daher war ausreichend Platz und man konnte auch noch ein bisschen schlafen. Das schöne war, dass Julio uns auf der Fahrt noch sehr viel erzählen/erklären konnte und uns auch Sachen extra gezeigt hat. Z.B. haben wir nach 3 Stunden unsere erste Pause nicht irgendwo gemacht, sondern in einer Salzwüste. Wir sind durch 5 verschiedene Provinzen gefahren, 1400 km, und dementsprechend hat sich auch das Klima und die Vegetation total verändert. Es war mal ganz schön aus der wüstenähnlichen Umgebung hier bei uns rauszukommen und mal wieder wirklich grüne Wiesen zu sehen. Auch sonst gab es auf der Fahrt viel zu sehen – von einem riesigen Berg aus Müll (höher als ein Haus), über einen umgefallenen Tomatenlaster (wo die Menschen daneben die heilen rausgepickt haben), über irgendeine Inkaruine auf einem Berg, bis zu einer Schlange von ca. 30 Motorrollern vor einer Tankstelle (weil es mal wieder Benzin gab). Auch wir befanden uns auf einer ständigen Suche nach Diesel, da es das an den Tankstellen im Norden nur selten gibt. Zum Glück war Julio auf alles vorbereitet und hatte 75 Liter in Kanistern dabei, sodass er und Gunnar dann Nachts irgendwo im Nirgendwo erst mal das Auto betanken konnten.
Unser Bett
Angekommen haben die Leute in La Quiaca uns einen ganz herzlichen Empfang bereitet (es heißt die Menschen aus dem Norden sind die freundlichsten in Argentinien) und wir haben unseren ersten Cocatee getrunken, der übrigens wirklich lecker ist! Außerdem gabs für jeden erst mal eine Tablette um der Höhenkrankheit vorzubeugen – immerhin waren wir auf 3500 Metern. Schwindelig wurde mir trotzdem und wenn man sich zu schnell bewegt hat (z.B. das Auto ausgeladen hat) konnte man auch direkt nicht mehr, weil der Sauerstoff dort so knapp ist.
Geschlafen haben wir bei einer relativ reichen Familie, die Mitglied in der Kirche ist. Mona, Anna und Ich haben uns ein Bett geteilt, Julio und Gunnar waren im Hochbett neben uns. An Schlaf war aber leider nicht wirklich zu denken, da Julio jede Nacht einen ganzen Wald abgeholzt hat!
Am nächsten Tag haben wir zuerst geholfen die Einkäufe für die Versammlung zu machen und dann ging es auch schon das erste mal für uns nach Bolivien. Das Auto haben wir in Argentinien stehen lassen und sind zu Fuß über die Grenze spaziert (dauert ca. 3 Minuten...). Dort angekommen gibt es überall Geschäfte, in denen man alles kaufen kann was das Herz begehrt – aber eben billiger als in Argentinien. Wir waren dort, um Tassen, Teller und Besteck für die Kirchenversammlung zu kaufen. Diese ganzen Sachen haben wir bezahlt und der Gemeinde gespendet, als Dankeschön dafür, dass wir dort umsonst essen und wohnen durften.
Uns war seeeehr kalt
Abends haben wir dann unseren ersten Gottesdienst miterlebt. Dieser fand in der „Kirche“ statt. Kirche ist eine leichte Übertreibung, da diese sich zur Zeit noch im Bau befindet und man es eher 4 Mauern ohne Dach sind. Da La Quiaca au so einer extremen Höhe liegt, wird es dort aber abends leider sehr kalt, was den Gottesdienst zu einer eher anstrengenden Erfahrung werden ließ, da wir zu sehr damit beschäftigt waren nicht zu erfrieren! Es gab auch keinen richtigen Pastor, sondern es sind einfach verschiedene Leute nach Vorne gegangen, haben aus der Bibel zitiert und dann eine kleine Predigt gehalten. Da viele Leute die andern an ihren Ansichten teilhaben lassen wollten war das ganze auch leicht länger als in Deutschland – wir saßen geschlagene 3 Stunden draußen in der Kälte!
Die Taufe
Das "Taufbecken"
Wir am Beten vor der Gemeinde
Am nächsten Tag sind wir dann noch einmal nach Bolivien gelaufen – diesmal ausschließlich um unseren eigen Konsumdurst zu stillen. Wir kamen alle mit zahlreichen neuen Pullis und Jacken in traditionellen Mustern und noch unzähligen anderen Sachen zurück.
Am Nachmittag wurden dann zwei junge Männer getauft. Das wurde aber nicht wie bei uns in einem Taufbecken gemacht, sonder im Fluss – back to the basics! Der Fluss stellte sich dann allerdings als kleiner ausgetrockneter Strom heraus, zum Glück hatte sich an einer Stelle ein bisschen mehr Wasser gesammelt. Zu einer tollen Atmosphäre trug nicht nur der ganze Müll bei der überall herum lag, sondern auch der LKW, der 10 Meter weiter im Fluss gewaschen wurde. Mich hätten in das Wasser also keine 10 Pferde reingekriegt, aber den Jungs hat es wohl gefallen!
An der Grenze
Den Abend haben wir dann natürlich noch mit dem weiteren schönen Gottesdienst ausklingen lassen. Dimal allerdings mit Special Act – Den Deutschen! Irgendwann hatten Mona und Anna nämlich so eine Langeweile, dass sie sich überlegt haben, dass wir doch auch mal was zum Gottesdienst beitragen könnten. Also sind wir nach vorne, und haben einfach mal vor ca. 200 Leuten das Vater Unser gebetet. Es ist ganz gut angekommen, und Julio war glaub ich schon stolz auf seine Freiwilligen!
Lamas....
Am nächsten Morgen ging es dann ganz früh wieder zurück nach Hause. Um die Rückfahrt ein bisschen spannender zu gestlten, hat Julio dann extra für uns noch einen kleinen Umweg in Kauf genommen und waren beim „Cero de los siete colores“ – beim berg der 7 Farben. Man hatte wirklich einen tollen Ausblick auf die Berge und, ja, die Berge hatten wirklich 7 verschiedene Farben!




Hier wird noch ein bisschen anders gepfluegt!
Cero de los 7 colores
Shopping!
Unsere Einkaeufe!





Cero de los 7 colores
Insgesamt war es eine tolle Reise, mit ganz vielen neue Erfahrungen und Eindrücken. Aber es war dann doch auch sehr schön wie sich die Kinder bei unserer Rückkehr gefreut haben! :)

P.S. Ich haette am liebsten noch mehr Fotos hinzugefuegt, aber ich hoffe die hier geben euch schon einen kleinen Eindruck von der reise! Tipp: Wenn man draufklickt kann man sie in gross anschauen! :)

Samstag, 1. Oktober 2011

Alltag ist eingekehrt...

Kuehe gibts hier auch oefters...
Das Leben hier ist jetzt schon für mich fast wie Alltag. Ich arbeite die ganze Woche und an meinem freien Tag geh ich oft irgendwo an den Fluss oder fahr in die nächste „große“ Stadt ein paar Sachen einkaufen. Dafür das unser Dorf so klein ist, gibt es eigentlich schon sehr viele Läden, die meißten so im Tante-Emma Stil. Als ich nach ca. 3 Wochen das erste Mal nach Cruz del Eje (die „große“ Stadt) gefahren bin war es für mich etwas total besonders den Fuß in einen Laden zu setzten, der von Größe und Angebot einem deutschen gleicht!



Letzte Woche war hier mal wieder ein Feiertag, der „Dia del primavera“ – Der Tag des Frühlings, und alle Kinder hatten Schulfrei. Feiertage sind hier sowieso sehr häufig, seit ich hier bin gab es schon den Tag der Kinder, Tag der Schüler und Tag der Lehrer. Im Oktober kommt dann auch noch Muttertag. Da alle Kinder frei hatten, haben wir mit allen einen Ausflug gemacht, an einen See, nur eine Viertelstunde entfernt mit dem Auto. Wir hatten total Glück mit dem Wetter, es war super heiß. Ich bin richtig braun geworden, ein paar andere haben sich einen Sonnenbrand geholt. Mittags haben wir dann dort gegrillt, es gab Hamburger. Der Tag verlief dann ganz entspannt, mit Fußball, Volleyball, Frisbee spielen und vielem mehr. Julio und Adrian hatten auch ihrer Angeln dabei und waren mit einigen der Kinder Fischen – allerdings mit wenig Erfolg. Nachmittags gabs für alle auch noch die tägliche Tasse Tee dort. Wir „Tios“ (so werden die Freiwilligen von den Kindern genannt, bedeutet so viel wie Onkel/Tante) haben mit Patri (unserer Chefin) Mate getrunken, das ultimative argentinische Erlebnis! Am Anfang mochte ich Mate gar nicht, inzwischen hab ich mich an den Geschmack gewöhnt. schon auf den Sommer, denn dann wird kalter Mate getrunken, das heißt Yerba mit Saft aufgegossen statt mit heißem Wasser – sehr sehr lecker! :) Insgesamt war es ein wirklich schöner Tag, und besonders für die Kinder war es total schön mal aus dem Heim rauszukommen, da dort der Alltag ja doch sehr strikt geregelt ist. Die Fotos hier sind auch alle von unserem Tag am See.

Anna und Ich



Seit zwei Wochen sind wir auch zu fünft hier. Anna-Lena ist angekommen und hat sich, glaube ich, schon gut bei uns eingelebt. Nächste Woche kommt dann sogar noch eine Freiwillige aus Deutschland an, Judith. Bisher kennen wir nur ihren Namen, sie ist auch nicht mit Weltwärts hier. Und dann könnte es sein, dass wir irgendwann im Oktober auch noch einen anderen männlichen Mitfreiwilligen bekommen, Laurentz. Aber irgendwie steht das noch nicht fest, und Planung ist hier eh immer nicht ganz so wichtig, es wird mehr auf Spontanität und Flexibilität gesetzt! Gunnar würde sich aber sicherlich freuen über ein bisschen männliche Unterstützung!
Allerdings haben wir dann wieder enorme Platzprobleme. Im Moment sind wir ja zu fünft in einem Zimmer das für vier Personen ist, das heißt es schläft immer eine von uns nebenan bei den Chiquitas, den kleinsten Mädchen im Heim. Im Moment werden allerdings neue Zimmer für uns gebaut. Das Problem ist, dass der Bauarbeiter nur kommt, wenn er Lust/Zeit hat und das ganze nicht so richtig voran kommt. Wir bekommen immer wieder neue Daten gesagt, an denen die Zimmer fertig sein sollen, aber es tut sich noch nicht so viel. Wie schon gesagt – flexibel muss man sein!

Montag, 12. September 2011

Nach schon über drei Wochen hier arbeiten wir jetzt Vollzeit, das heißt 7 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche. Durch die andere Sprache ist das im Moment noch sehr anstrengend und ich bin abends immer total fertig. Da wir ganz neu hier sind versuchen die Kinder sich natürlcih auch immer noch sich an uns auszutesten, um zu sehen wie viel wir ihnen erlauben, bzw. was wir ihnen durchgehen lassen. Gerade in solchen Situationen würde ich gerne mehr Spanisch sprechen, denn nur mit "Basta" kommt man dann doch nicht wirklich weit, und es ist auch sehr schwer einem Kind auf Spanisch nahe zu bringen was es grade falsch gemacht hat.
Unsere "Hauptstraße"

Jetzt kommt hier mal der grobe Tagesablauf im Heim:
Der Tag ist aufgeteil in zwei Schichten, eine von 7 Uhr morgens bis 2 Uhr mittags, und die zweite dann von 2 bis um 9 Uhr abends. Morgens arbeitet immer nur einer von uns, da es nicht so viel Arbeit gibt wenn die Kinder in der Schule sind, nachmittags arbeiten wir dann zu zweit. Morgens geht es um 7 Uhr los mit dem Wecken der Kinder... was oft schon eine Herausforderung darstellt, da einige natürlich nicht aufstehen wollen. Die Kinder müssen sich dann umziehen, Betten machen, Zähne putzen und die Zimmer werden geputzt. Gefrüstückt wird nicht im Heim sondern in der Schule, Mittag gegessen auch. Und das nicht weil es sich um Heimkinder handelt, sondern das Essen in der Schule ist für alle Kinder in Argentinien umsonst!
Der "Marktplatz"
Um 8 Uhr müssen die Kinder dann zur Schule, Sekundaria und Primaria, die beide hier im Dorf sind, nur 10 Minuten Fußweg. Außerdem müssen noch Kinder mit dem Auto nach Cruz del Eje gebracht werden, die nächst größere Stadt, dort befindet sich nämlich die Sonderschule. Das darf ich jetzt auch schon machen, ich hatte nämlich eine kleine Fahrstunde bei Adrian einem der Mitarbeiter hier. :) Sonst gibt es morgens nicht mehr viel zu tun. Wir müssen uns um die komplette Wäsche der Kinder kümmern und dann noch manchmal einkaufen gehen. Um 12 Uhr gibt es dann Mittagessen. Für alle Mitarbeiter und die Kinder, die nicht zur Schule gegangen sind, z.B. weil sie krank sind oder so.
Nachmittags kommen die Kinder dann aus der Schule wieder, und müssen sich zwischen 3 und 5 Uhr erst mal um ihre  Hausaufgaben kümmern. Da können wir ihnen bei helfen, wenn sie Hilfe brauchen. Im Moment ist das natürlch wegen der Sprache schwierig. Aber es ist sehr wichtig sich auch mal einzeln mit Kindern zu beschäftigen, denn einige, besonders die, die auf die Sonderschule gehen können nicht lesen oder schreiben. Die meißten Kinder können auch nicht die Uhr lesen - und das mit teilweise 14 Jahren!
Rio San Marcos
Um 5 Uhr gibt es dann die "Merienda", so was wie die Kaffeestunde. Die Kinder kriegen meißt Tee mit Milch und Kekse oder so was. Den Tee bereiten wir vor. Direkt danach beginnt die "Hora del bano" - die Badestunde. Die Jungs, vor allem die jüngeren, müssen dabei beaufsichtigt werden, damit sie sich unter der Dusche keinen Mist machen und nicht so lange brauchen. Das ist mit der anstrengendste Teil des Tages. Außerdem muss auch noch die kleinste die wir hier haben, ein 7-jähriges Mädchen von uns geduscht werden. Gegen 7 Uhr gib es dann Abendessen, und danach müssen alle Kinder dann auch schon ins Bett, was nicht heißt das sie direkt schlafen... ;)




Ich in der Wildnis :)
Wir haben immer einen Tag frei in der Woche, immer zwischen Montags und Donnerstags, denn am Wochenende werden natürlich mehr Leute gebraucht, da die Kidner den ganzen Tag im Heim sind. Am Samstag kriegen wir noch mal Verstärkung, denn Anna-Lena, noch eine Freiwillige von VIA kommt an... ich bin gespannt! :)