Letze Woche war es für Mona und mich endlich sowiet: Nach knapp 3 Monaten harter Arbeit stand endlich die erste Woche Urlaub ins Haus! Unser Ziel waren die „Cataratas del Iguazu“, die weltberühmten Wasserfälle. Nicht grade bei uns um die Ecke, aber bei 7 Tagen Urlaub kann man schon mal 2 im Bus verbringen – was soll der Geiz! Um 5 hr morgens ging es hier in San Marcos los, im ersten Bus nach Cordoba. Für die knapp 170km braucht der Bus ca. 4 Stunden, aber man konnte nach dem frühen Aufstehen noch ein bisschen Schlaf nachholen. In Cordoba war dann erst mal warten angesagt, denn unser Bus nach Puerto de Iguazu (so heißt das kleine Städtchen in der Nähe der Wasserfälle) ging erst 4 Stunden später. Uns blieb dafür aber noch Zeit Cordoba ein bisschen unsicher zu machen und uns mit neuen Flip Flops und komplettem Mate-Set für die Reise auszurüsten! (Leider mussten wir schon im Bus feststellen, dass eine Thermoskanne für 6 Euro doch nicht soooo viel taugt und schnell mal ausläuft....)
Als wir dann pünktlich um 13.00 Uhr am Bussteig standen und in unseren im Vorraus gebuchten und bezahlten Bus steigen wollten hab ich mal so richtig gemerkt wie deutsch ich doch bin, und wie sehr ich Pünktlichkeit zu schätzen weiß. Selbst die Deutsche Bahn schafft es ja bei einer Stunde Verspätung eine Durchsage zu bringen... :P Der Bus kam nach einer Stunde bangem Warten dann doch noch an, und Dank Buchung im Vorraus hatten Mona und Ich uns die betsen Plätze gesichert – Ganz vorne, oben im Doppeldeckerbus! Außerdem hatten wir 10 Euro mehr investiert um im „Coche-cama“ Bus zu fahren, d.h. eine Stufe komfortabler. Das ließ auch wirklich nichts zu wünschen übrig, die Sitze waren wie Chefsessel und wir konnten die ganze Nacht schlafen. Nach 22 Stunden Fahrt waren wir dann auch endlich an unserem lang ersehnten Ziel – Puerto de Iguazu!
Da wir schon um 10 Uhr morgens da waren haben wir den Tag direkt genutzt um uns ein bisschen das Dorf anzuschauen – alles sehr touristisch – und sind zum „Hito Argentino“ gelaufen. Zur Erklärung: Puerto Iguazu liegt ganz im Norden Argentiniens und grenzt dort an Brasilien und Paraguay. Die Grenze zu Brasilien ist der Rio Iguazu (Rio = Fluss) und die Grenze zu Paraguay liegt im Rio Parana. Der besagte „Hito Argentino“ ist der Punkt, an dem sich die beiden Flüsse treffen. Man selbst steht also in Argentinien und kann gleichzeitig nach Brasilien und Paraguay rüber schauen. Und selbst Mona, als stolze Kölnerin, musste zugeben das die Flüsse von der Größe mal ganz locker mit dem Rhein mithalten konnten! :P
| Darunter haben wir gebadet |
| Unsere Fruchtauswahl |
Da wir sonst so schnell wahrscheinlich nicht noch mal die Chance bekommen haben wir uns entschieden unseren letzten Urlaubstag in noch einem anderen Land zu verbringen – Paraguay! (Außerdem warten wir ja auch so gerne auf Busse...) Auf dem Hinweg hatten wir zum Glück einen Direktbus nach „Ciudad del Este“, der zweitgrößten Stadt Paraguays, dirket hinter der Grenze. (Man muss erst Brasilien passieren und kommt dann nach Paraguay) Nach Paraguay fahren im Grunde nur alle Argentinier und Brasilianer um billig einzukaufen, vor allem Elektroartikel. Wir, das ruhige San Marcos mit seinen paar Läden gewohnt, wurden von diesen Menschenmassen und dem Konsumangebot schon ein bisschen erschlagen. Man hat das Gefühl es gibt mehr Verkäufer als überhaupt Käufer zur Verfügung stehen. Alle kleine Läden verkaufen mehr oder weniger das gleiche, natürlich alles gleich gefälscht! Ich weiß nicht wie oft ich an dem Tag „No, gracias“ sagen musste, aber manche Verkäufer waren auch wirklich hartnäckig. Nachmittags haben wir dann an der Straße, die auf die Grenze zugeht, auf unseren Direktbus zurück nach Argentinien gewartet. Mit einer Stunde Verspätung trudelte dieser dann auch endlich ein, aber – er war voll! Der Fahrer hat uns einfach nicht mehr die Tür aufgemacht und gedeutet auf den nächsten Bus zu warten. Da wir auf diesen muss eine weitere Stunde hätten warten müssen (mit der Aussicht das auch dieser wieder voll gewesen wäre) haben wir uns für die unkonventionellere Methode entscheiden –wir sind Moto-Taxi gefahren! In Paraguay fahren nämlich Mottorräder herum, die als Taxis dienen, uns jeweils einen Passagier mitnehmen. Mona hatte die Dinger schon den ganzen Tag mit großen Augen angeschaut und wollte gerne mitfahren. Also haben wir uns jeder ein Taxi geschnappt, und zwei nette Herren haben uns über die Grenze nach Brasilien gefahren. Nebenbei haben diese zwei netten Herren auch noch das Geschäft des Tages gemacht, da ich kein brasilianische Währung hatte und meine Pesos auch nicht passend, sodass er mit irgendwas in Brasilianischen Realis wiedergegeben hat. Leider stand der Bus in dem wir mit mussten direkt vor uns, sodass keine Zeit zum diskutieren blieb (zumal ich zu dem Zeitpunkt auch nur froh war erst mal einen Weg raus aus Paraguay gefunden zu haben). Im Endeffekt haben wir es ohne Probleme zurück geschafft und es war ein wirklich aufregender Tag!
Und dann war der Urlaub leider auch schon wieder vorbei... Am Abreisetag hatten wir eigentlich noch bis 4 Uhr Zeit, aber es goss in Ströhmen, was uns den Abschied dann nicht ganz so schwer machte.
Alles in allem war es ein total toller Urlaub – Iguazú ist wirklich zu empfehlen- aber wir haben unser „Heim“ schon ein bisschen vermisst und es war schön alle wieder zu sehen.
Eine der ersten Fragen von einem Kind: „Wart ihr in Deutschland?“