 |
| Salzwueste |
 |
| Unser Auto |
Wie viele von euch vielleicht schon auf facebook gelesen haben, haben Mona, Gunnar, Anna, mein Chef Julio und ich uns letze Woche sehr spontan zu einem Kurztrip nach La Quiaca aufgemacht, eine Stadt ganz im Norden Argentiniens, direkt an der Grenze zu Bolivien. Donnerstag morgen um 5 Uhr ging es los, aber erst Mittwoch Abend hatte Julio uns verraten, dass er gerne zwei von uns mitnehmen würde. Da wir alle unbedingt mit wollten hat er es sich aber zum Glück noch anders überlegt und wir konnten alle zusammen fahren! In La Quiaca fand eine Versammlung einer Kirche statt. Wir haben von unserer Stiftung Kleider- und Essensspende dorthin gebracht und geholfen wo es nötig war. Es ging (soweit ich es verstanden hab) darum, Menschen des gleichen Glaubens (Evangelen, die in Argentinien alle sehr streng gläubig sind) zusammen zu bringen, zusammen Gottesdienst zu feiern und auch über verschiedene Sachen zu diskutieren. Das besondere war dabei, dass Menschen von überall kamen, also auch aus dem weiten Umland, die sonst nicht in die Städte kommen, und grenzübergreifend aus Bolivien.

Wie schon gesagt ging es am Donnerstag Morgen um 5 Uhr los – 16 Stunden Fahrt lagen vor uns! Wir sind mit dem großen Minivan der Stiftung gefahren, daher war ausreichend Platz und man konnte auch noch ein bisschen schlafen. Das schöne war, dass Julio uns auf der Fahrt noch sehr viel erzählen/erklären konnte und uns auch Sachen extra gezeigt hat. Z.B. haben wir nach 3 Stunden unsere erste Pause nicht irgendwo gemacht, sondern in einer Salzwüste. Wir sind durch 5 verschiedene Provinzen gefahren, 1400 km, und dementsprechend hat sich auch das Klima und die Vegetation total verändert. Es war mal ganz schön aus der wüstenähnlichen Umgebung hier bei uns rauszukommen und mal wieder wirklich grüne Wiesen zu sehen. Auch sonst gab es auf der Fahrt viel zu sehen – von einem riesigen Berg aus Müll (höher als ein Haus), über einen umgefallenen Tomatenlaster (wo die Menschen daneben die heilen rausgepickt haben), über irgendeine Inkaruine auf einem Berg, bis zu einer Schlange von ca. 30 Motorrollern vor einer Tankstelle (weil es mal wieder Benzin gab). Auch wir befanden uns auf einer ständigen Suche nach Diesel, da es das an den Tankstellen im Norden nur selten gibt. Zum Glück war Julio auf alles vorbereitet und hatte 75 Liter in Kanistern dabei, sodass er und Gunnar dann Nachts irgendwo im Nirgendwo erst mal das Auto betanken konnten.
 |
| Unser Bett |
Angekommen haben die Leute in La Quiaca uns einen ganz herzlichen Empfang bereitet (es heißt die Menschen aus dem Norden sind die freundlichsten in Argentinien) und wir haben unseren ersten Cocatee getrunken, der übrigens wirklich lecker ist! Außerdem gabs für jeden erst mal eine Tablette um der Höhenkrankheit vorzubeugen – immerhin waren wir auf 3500 Metern. Schwindelig wurde mir trotzdem und wenn man sich zu schnell bewegt hat (z.B. das Auto ausgeladen hat) konnte man auch direkt nicht mehr, weil der Sauerstoff dort so knapp ist.
Geschlafen haben wir bei einer relativ reichen Familie, die Mitglied in der Kirche ist. Mona, Anna und Ich haben uns ein Bett geteilt, Julio und Gunnar waren im Hochbett neben uns. An Schlaf war aber leider nicht wirklich zu denken, da Julio jede Nacht einen ganzen Wald abgeholzt hat!
Am nächsten Tag haben wir zuerst geholfen die Einkäufe für die Versammlung zu machen und dann ging es auch schon das erste mal für uns nach Bolivien. Das Auto haben wir in Argentinien stehen lassen und sind zu Fuß über die Grenze spaziert (dauert ca. 3 Minuten...). Dort angekommen gibt es überall Geschäfte, in denen man alles kaufen kann was das Herz begehrt – aber eben billiger als in Argentinien. Wir waren dort, um Tassen, Teller und Besteck für die Kirchenversammlung zu kaufen. Diese ganzen Sachen haben wir bezahlt und der Gemeinde gespendet, als Dankeschön dafür, dass wir dort umsonst essen und wohnen durften.
 |
| Uns war seeeehr kalt |
Abends haben wir dann unseren ersten Gottesdienst miterlebt. Dieser fand in der „Kirche“ statt. Kirche ist eine leichte Übertreibung, da diese sich zur Zeit noch im Bau befindet und man es eher 4 Mauern ohne Dach sind. Da La Quiaca au so einer extremen Höhe liegt, wird es dort aber abends leider sehr kalt, was den Gottesdienst zu einer eher anstrengenden Erfahrung werden ließ, da wir zu sehr damit beschäftigt waren nicht zu erfrieren! Es gab auch keinen richtigen Pastor, sondern es sind einfach verschiedene Leute nach Vorne gegangen, haben aus der Bibel zitiert und dann eine kleine Predigt gehalten. Da viele Leute die andern an ihren Ansichten teilhaben lassen wollten war das ganze auch leicht länger als in Deutschland – wir saßen geschlagene 3 Stunden draußen in der Kälte!
 |
| Die Taufe |
 |
| Das "Taufbecken" |
 |
| Wir am Beten vor der Gemeinde |
Am nächsten Tag sind wir dann noch einmal nach Bolivien gelaufen – diesmal ausschließlich um unseren eigen Konsumdurst zu stillen. Wir kamen alle mit zahlreichen neuen Pullis und Jacken in traditionellen Mustern und noch unzähligen anderen Sachen zurück.
Am Nachmittag wurden dann zwei junge Männer getauft. Das wurde aber nicht wie bei uns in einem Taufbecken gemacht, sonder im Fluss – back to the basics! Der Fluss stellte sich dann allerdings als kleiner ausgetrockneter Strom heraus, zum Glück hatte sich an einer Stelle ein bisschen mehr Wasser gesammelt. Zu einer tollen Atmosphäre trug nicht nur der ganze Müll bei der überall herum lag, sondern auch der LKW, der 10 Meter weiter im Fluss gewaschen wurde. Mich hätten in das Wasser also keine 10 Pferde reingekriegt, aber den Jungs hat es wohl gefallen!
 |
| An der Grenze |
Den Abend haben wir dann natürlich noch mit dem weiteren schönen Gottesdienst ausklingen lassen. Dimal allerdings mit Special Act – Den Deutschen! Irgendwann hatten Mona und Anna nämlich so eine Langeweile, dass sie sich überlegt haben, dass wir doch auch mal was zum Gottesdienst beitragen könnten. Also sind wir nach vorne, und haben einfach mal vor ca. 200 Leuten das Vater Unser gebetet. Es ist ganz gut angekommen, und Julio war glaub ich schon stolz auf seine Freiwilligen!
 |
| Lamas.... |
Am nächsten Morgen ging es dann ganz früh wieder zurück nach Hause. Um die Rückfahrt ein bisschen spannender zu gestlten, hat Julio dann extra für uns noch einen kleinen Umweg in Kauf genommen und waren beim „Cero de los siete colores“ – beim berg der 7 Farben. Man hatte wirklich einen tollen Ausblick auf die Berge und, ja, die Berge hatten wirklich 7 verschiedene Farben!
 |
| Hier wird noch ein bisschen anders gepfluegt! |
 |
| Cero de los 7 colores |
 |
| Shopping! |
 |
| Unsere Einkaeufe! |
 |
| Cero de los 7 colores |
Insgesamt war es eine tolle Reise, mit ganz vielen neue Erfahrungen und Eindrücken. Aber es war dann doch auch sehr schön wie sich die Kinder bei unserer Rückkehr gefreut haben! :)
P.S. Ich haette am liebsten noch mehr Fotos hinzugefuegt, aber ich hoffe die hier geben euch schon einen kleinen Eindruck von der reise! Tipp: Wenn man draufklickt kann man sie in gross anschauen! :)
2 Kommentare:
vielen dank für den tollen bericht und die tollen foddos!
weiterhin viel spass bei vielen neuen Eindrücken wünscht Dir Dein PTchen
Kommentar veröffentlichen