Da ich ja nun schon wirklich lange nichts mehr von mir hab hören lassen kommt jetzt ein etwas größerer Nachtrag!
Mein Geburtstag:
Der war echt suuuper schön, viel besser als ich ihn mir je vorgestellt hätte! Wir haben am Abend vorher zusammen lecker gekocht und dann in meinen Geburtstag reingefeiert. Mein Geschenk von den anderen war ein riesengroßer Adventskalender! Die Nummer 1 musste ich dann auch direkt aufmachen. Es war ein Karte auf der stand: „Heute Abend, 01.12.12011, 21.30 Uhr, ?“ Ich musste also bis zum Abend auf diese mysteriöse Überraschung warten... Den Tag hatte ich frei, konnte also erst mal ausschlafen und kurz mit Mama telefonieren. Zum Glück konnten wir den Arbeitsplan so aufstellen, dass Anna mit mir frei hatte und Mona morgens gearbeitet hat. So hatten wir 3 dann den ganzen Nachmittag zusammen. Wir haben uns bei Daniel, einem guten Freund von uns, Fahrräder geliehen, sind an den Rio Quilpo gefahren und haben da einen sehr enspannten Nachmittag verbracht. Die Hinfahrt war noch recht entspannt, denn obwohl die Straße eine Schotterpiste ist, geht es erst mal nur Bergab. Die Rückfahrt war dann dem entsprechend nicht mehr so lustig, vor allem weil Mona dann einen Platten hatte! Wir haben uns dann dazu entschieden das ganze auf „San Marcos Art“ zu regeln – und haben den Daumen rausgestreckt um per Anhalter zu fahren! Und weil wir eben in San Marcos wohnen und das hier wirklich jeder zweite macht, hielt auch schon nach 2 Minuten ein Hippie mit einem großen Van an. Leider hatte der hinten drin nur Platz für zwei Fahrräder. Da Mona aber sowieso irgendwie noch Lust hatte weiter Fahrrad zu fahren haben sie und Anna einfach Fahrräder getauscht und Anna und ich wurden bequem ins Dorf zurück gefahren! J
Im Heim musste ich mich dann duschen und fertig machen (die anderen haben mir Klamotten ausgesucht, da ich ja nicht wusste für welchen Anlass ich was anziehe...). Um 9 Uhr hat Mona mich dann mi ins Dorf genommen und meinte die anderen würden dann nachkommen wenn sie fertig sind mit arbeiten. Nachdem wir ein bisschen auf der Plaza saßen bekam ich dann von Mona die Augen verbunden und wir sind losgelaufen, zu dem „mysteriösen Ort“, an dem die große Überraschung stattfinden sollte. Wir sind mindestens eine halbe Stunde kreuz und quer durchs Dorf gelaufen ohne das ich noch irgendeine Ahnung hatte wo es hinging. Als ich dann aber die vertrauten Schreie der Kinder hörte und merkte das Mona mich völlig an der Nase herumgeführt hat und wir einfach wieder im Heim sind musste sie erst mal ein paar Boxhiebe in die Seite einstecken! :P
Im Heim musste ich dann doch noch mal ein bisschen warten weil noch nicht alles fertig war. Aber dann wurde ich mit verbundenen Augen in den Comedor geführt und konnte es echt nicht glauben, denn die anderen hatten eine Überaschungsparty für mich geplant! Es waren nicht nur alle Leute da die im Heim mit mir zusammen arbeiten sonder sogar Freunde aus dem Dorf (die sonst nicht ins Heim dürfen). Es gab ein typisches argentinisches Asado (ein Grillen) und wir haben einfach bis 3 Uhr nachts gemütlich zusammen gesessen. Eine Torte gab es natürlich auch noch! J (Schon die zweite, da ich nachts auch schon eine bekommen hatte zum Kerzen auspusten) Alles in allem war es ein total schöner Geburtstag, wie schon gesagt, besser als ich ihn mir je vorgestellt hatte!
Weihnachten:
Wir haben schon in der Vorweihnachtszeit versucht ein bisschen festliche Stimmung in den Hogar zu bringen – gar nicht so einfach bei so einer Hitze! Dabei durfte natürlich Plastik-Weihnachtsbaum und Krippe nicht fehlen, und auch nicht das Plätzchen backen. Außerdem haben wir mit den Kindern die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel gelesen, damit sie überhaupt eine Ahnung haben worum es denn genau geht. An Weihnachten blieben dann von den 25 Kindern nur noch 9 Kinder im Hogar, alle anderen konnten bei Familien untergebracht werden und dort mit Weihnachten feiern. Trotzdem war es bei uns auch wirklich schön. Wir haben im Salon eine lange Tafel aufgestellt und hübsch gedeckt. Zum essen gab es ein Zicklein (glaub ich) – auf jeden Fall viel Fleisch! Die Geschenke (wir hatten für alle Kinder und Mitarbeiter was besorgt) wurden alle schon vor dem Essen unter dem kleinen Baum platziert, durften aber erst um 12 Uhr geöffnet werden. Die „Bescherung“ war dann voll schön und alle haben sich voll über ihre Geschenke gefreut. Außerdem wird hier dann um 12 Uhr, wie bei uns an Silvester, auch noch geböllert.Ich glaub wir sind dann noch bis 3 Uhr aufgeblieben (die Kinder auch) und haben gemütlich zusemmen gesessen und gequatscht – ein wirklich schönes Weihnachten!
Silvester:
Silvester lief ungefähr so ab wie Weihnachten. Diesmal waren schon wieder mehr Kinder da, und die Tafel wurde draußen aufgebaut. Zum Essen gab es natürlich wieder viel Fleisch, diesmal Rind, und zwar eine ganze Seite (also so eine ganze Rippenpartie oder wie auch immer man das bezeichnet...). Das Ding wurde schon nachmittags um 3 unter das Feuer gepackt und schmorte da 7 Stunden vor sich hin. Die Mühe hat sich gelohnt – es hat wirklich geil geschmeckt! Als die Kinder dann ins Bett sind, sind wir Freiwilligen dann noch ins Dorf um zu gucken ob noch irgendwo was los ist. Die einzige Party die wir finden konnten war auf einem Campingplatz, und das ganze Dorf schien da zu sein! Es war eine Hippie Party, mit Live Musik und seeeehr viel Gras... :D Über dem ganzen Gelände hatte sich schon eine kleine Rauchwolke gebildet, sodass man die Sterne nicht mehr sehen konnte, und ich hatte am nöchsten Tag das Gefühl, der Marihuanageruch war in all meinen Klamotten!
Unser Urlaub:
Am 4. Januar ging es um 3 Uhr morgens los. Mit durften: Alle Freiwilligen und unsere Chefs, Patri und Julio. Wir sind also am Abend vorher gar nicht erst ins Bett gegangen, sondern haben einfach auf der Fahrt geschlafen – 16 Stunden nach La Quiaca! La Quiaca ist die Stadt in der wir schon einmal waren, direkt an der Grenze zu Bolivien. Vorher wurde aber noch ein kleiner Zwischenstopp in Jujuy eingelegt, um ein paar Kleiderspenden an einer Kirche abzuliefern. In La Quiaca haben wir dann erst einmal eine Nacht verbracht, um uns ein bisschen an die Höhe zu gewöhnen, denn wie schon beim letzten mal ist die ein echtes Problem, denn Höhenkrankheit kann total schnell kommen, mit Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Für den nächsten Tag hatten wir dann einen Zug gebucht, aus Villazon (die erste Stadt auf der bolivianischen Seite der Grenze) nach Uyuni, der Stadt von der aus man die Exkursionen in die Salzwüste machen kann. Doch erst mal mussten wir ja nach Bolivien reinkommen, und das war schwieriger als gedacht! Die Schlangen am Aus- und Einreiseschalter waren unglaublich lang, und obwohl wir reichlich früh an die Grenze gekommen waren, sahen wir den Zug schon ohne uns abfahren! Aber zum Glück hatten wir ja Julio und seine Freunde aus La Quiaca, die dank guter Kontakte den ganzen Prozess für uns etwas beschleunigt haben! ;)
Den Zug haben wir also pünktlich erreicht, zumal der auch erst mit einer Stunde Verspätung eintrief! Planmäßig sollten wir nachts um 1 Uhr in Uzuni eintreffen, da aber in Bolivien grade Regenzeit ist, trafen wir erst um 5 Uhr morgens ein! Stundenlang standen wir einfach bei tiefschwarzer Nacht irgendwo im Nirgendwo von Bolivien auf der Strecke und nichts bewegte sich. Zugpersonal zum fragen war auch eher schwierig zu finden – wahrscheinlich weil die alle vor dem Zug waren und den Matsch weggeschaufelt haben der den Zug aufhielt...
Irgendwann kamen wir dann aber doch an – zwar alle ein bisschen übermüdigt auf Grund eines Schreienden Kindes direkt vor Mona und mir – aber zumindest waren wir da! Das Hostel hatte Julio dummerweise erst für den Tag danach gebucht, aber glücklicherweise waren die Besitzer sehr entgegenkommend und wir konnten unser Lager erst mal im Aufenthaltsraum aufschlagen. Ich glaube für die übrigen Gäste die zum Frühstück kamen muss es sehr amüsant ausgesehen haben wir wir zu 8 auf Couches und dem Fußboden lagen und alle am schlafen waren.... :)
Der erste Tag in Uyuni war dann recht unspektakulär. Wir haben und ein bisschen die Stadt angeschaut (hässlich...) und unseren Trip in die Salar de Uzuni, die größte Salzwüste der Welt, gebucht. Am nächsten morgen ging es dann mit ein bisschen Verspätung – ist halt nix mit deutscher Pünktlichkeit und so – in 3 Jeeps los. Unsere Gruppe bestand aus 18 Leuten, also wir, ein argentinisch/deutsches Pärchen das wir im Hostel kennen gelernt haben und ein australisches Pärchen, auch aus unserem Hostel. Mit den beiden haben wir uns 2 Jeeps geteilt, im anderen Jeep waren dann noch drei englischsprachige Pärchen. Alle super nett und wir hatten abends in den Unterkünften immer gut Spaß zusammen. (Ich hab es vor allem genossen mal wieder ein bisschen richtiges englisch sprechen zu können).
Los gings erst mal zu den Salzseen, da wo man die ganzen coolen Fotos machen kann. Es war total beeindruckend, das einzige was natürlich ein bisschen nervt sind die ganzen anderen Touristen... Unsere Fahrer haben es aber doch ganz gut geschafft uns ein bisschen weiter abseits von den anderen Gruppen abzusetzten damit wir ein bisschen unsere Ruhe hatten. Der erste Tag war mein persönlicher Lieblingstag, weil diese unglaubliche weite der Salzwüste mich einfach umgehauen hat!
Geschlafen haben wir dann in irgendeinem kleinen Dorf, zu siebt in einem Zimmer. Für die kurze Zeit war das alles auch völlig in Ordnung, wir wussten vorher das wir sehr provisorisch übernachten werden. Wir durften auch alle nur ganz kleine Rucksäcke mitnehmen und waren somit alle einfach 3 Tage dreckig... :P Am zweiten Tag sind wir dann weiter in den Nationalpark reingefahren. Mir war vorher gar nicht bewusst, dass es da noch so viel zu sehen gibt und auch nicht, dass Bolivien wirklich wunderschöne Ecken hat! Wir waren in einer Region mit ganz vielen alten Vulkanen und damit auch mit tollen Gesteinsformationen. Wir saßen schon ziemlich lange im Jeep, aber die Zeit ging super schnell rum, da es immer was zu sehen gab. Außerdem haben wir an ganz vielen verschiedenen Lagunen gehalten, die durch verschiedene Mineralien alle tolle verschiedene Farben haben. Und es gab super viele Flamingos! :)
Am dritten Tag ging es dann schon sehr früh los – um 4 Uhr morgens! Wir fuhren bis auf 4800 Höhenmeter hinauf, der höchste Punkt unserer Reise. Im dunkeln konnte man die Geysire dort super sehen, das einzige was gestört hat war die unglaubliche Kälte! Wir sind freiwillig relativ schnell wieder ins Auto zurück weil wir es nicht wirklich aushalten konnten. Dann ging es wieder weiter runter und wir haben den tollen Sonnenaufgang miterlebt. Weiter unten konnten wir dann baden gehen – in einer heißen Quelle! Wir waren relativ früh da, also vor all den anderen Touristen. Es war natürlich immer noch sau kalt draußen, und bis dahin saßan nur so ein paar Japaner in der Quelle die ihre Füße da rein gehalten haben. Als wir vier Mädels dann kamen und anfingen uns bis auf den Bikini auszuziehen konnten die ihren Augen gar nicht trauen, und als Anna dann als erste rein ist wurde glaub ich sogar geklatscht. Wir sind dann auch als wir alle schon drin waren für ein Foto zusammen noch mal ufgestanden, was uns weiteren Jubel einbrachte! Es war total angenehm warm und einfach nur schön, weil man hinter sich immer noch die Sonne aufgehen sah. Und das rausgehen war gar nciht so schlimm wie ich es erst erwartet hatte, zumal unser Fahrer uns schon in so einem Haus schon ein leckeres Frühstück vorbereitet hatte! :) (Es war zu dem Zeitpunkt nunmal erst 7 Uhr morgens...) Weiter ging es dann noch zur letzten Lagune, der Laguna verde. Das war auf jeden Fall die schönste von allen und ein richtig toller Abschluss. Von da haben uns dann ein paar unserer Truppe verlassen, die nach Chile weiter gefahren sind, wir waren nämlich nur noch eine halbe Stunde von der Grenze entfernt. Dementsprechend waren wir dann auch nur noch den ganzen Tag im Jeep, um den ganzen Weg nach Uyuni zurück zu fahren.
Patri war auf der Reise leider sehr krank geworden, und konnte nicht wie geplant mit uns weiter reisen. Sie und Julio sind nach La Quiaca zurück gefahren um einen Arzt in Argentinien aufzusuchen und dort auf uns zu warten. Dafür hatten wir aber zwei Neuzugönge zu unserer Gruppe, Nacho und Theresa, das deutsch/argentinische Pärchen das schon mit auf der Tour war. Eigentlich hatten wir nämlich einen Deal mit einem Taxifahrer abgemacht, der uns 8 nach La Paz bringen sollte, und die beiden hätten die 2 Plätze eingenommen. Leider ist in Bolivien grad Regenzeit. In der Nacht vorher hatte es so viel geregnet, dass die Straße nach La Paz fasst unpassierbar war, sodass unser Taxifahrer erst gar nciht aufgetaucht ist! Da im Moment aber auch touristische Hochsaison ist, war für uns auch kein Busoder so mehr zu bekommen. So änderten wir unseren Plan ein bisschen und buchten uns für den Abend noch einen Bus nach Potosi, eine Stadt weiter im Osten. Leider hatten wir dadurch aber auch einen Tag verloren, den wir nochmal in Uyuni verbringen mussten.
Nachts kamen wir dann in Potosi an und checkten in unser vorher gebuchtem Hostel ein und buchten spontan noch direkt für den nächsten Tag ein Tour in den Minen von Potosi – ohne eigentlich zu wissen worauf wir uns da einlassen! Potosi war früher mal eine sehr wichtige Stadt, es wurde, bzw. wird Silber und Zink abgebaut. Die Arbeitbedingungen sind aber leider, so wie man sich das bei einer bolivianischen Mine auch vorstellen würde, sehr schlecht. Da wir den Trip sehr spontan gebucht hatten habe ich mir darüber aber erst mal keine Gedanken gemacht und dachte wir fahren – so ganz typisch deutsch – mit so einem Korb runter in den Berg.... Pustekuchen! Das ganze war eine Kletterpartie vom Allerfeinsten, die mir auf drei Tage hin Muskelkater beschert hat! Runter ging es erst mal auf einer wackeligen Holzleiter und dann einfach durch ganz kleine Gänge im Berg. Wir sind immer irgendwelche Passagen hoch und wieder runter geklettert – ich hätte shcon gar nciht mehr sagen können ob wir weit unten oder weit oben sind. Hoch zu kommen war bei mir auch manchmal wirklich schwierig, und ohne die Hilfe von ein paar Jungs aus Cordoba die mit waren hätte ich manche Stellen auch nicht geschafft. In der Mine musste man sich ein bisschen anstrengen nicht darüber nachzudenken was man da grade macht oder was eigentlich alles dabei passieren kann – aber im Nachhinein kann ich sagen, dass das echt gefährlich war! Wir haben dann auch noch „den Teufel“ angebetet, bzw. so eine Art Gott an den die Minenarbeiter opfern, damit er sie nicht in der Mine sterben lässt. Der kriegt dann Cocablätter, 96%igen Alkohol und bestimmte Zigaretten. Das sind alles Sachen die die Arbeiter auch selbst den ganzen Tag benutzen. Vor allem Coca kauen sie die ganze Zeit, damit sie länger arbeiten können, und das ganze ohne Hunger zu bekommen. Außerdem ist unser Minenführer dann noch mit 3 Leuten los (Anna war eine der Glücklichen) und hat nicht weit weg von uns ein bisschen Dynamit in die Wand gesteckt. Die kamen dann ganz schnell zu uns zurückgelaufen und wenig später gab es einen unbeschreiblichen Knall! Die Minentour war auf jeden Fall eins meiner Highlights des ganzen Urlaubs! Außerdem ist Potosi auch so eine wunderschöne Stadt, gar nicht zu vergleichen mit dem hässlichen Uyuni, und auf jeden Fall eine Reise wert.
Abends ging es dann im Nachtbus nach La Paz, wo wir um 6 Uhr morgens ankamen. Dort haben wir uns aber einfach direkt einen Bus nach Copacaba gebucht, eine Stadt direkt am Titicacasee, der höchstgelegene See der Welt. Dort kamen wir dann mittags an und haben uns dort einen schönen Nachmittag gemacht, mit Tretboot fahren und einer Wanderung auf einen Berg mit wunderschöner Aussicht. Ich weiß nicht genau wie ich es dort hinauf geschafft hab, bin aber auf jeden Fall beim Aufstieg fast gestorben! In dieser extremen Höhe (immerhin 3800 Meter) ist Laufen einfach viel viel anstrengender, und wenn dann auch noch Asthma und eine Erkältung dazu kommt ist das echt nicht mehr spaßig! Aber zu guter letzt hab ichs ja geschafft und für den Blick hat es sich dann auch wirklich gelohnt. Den Weg zurück sind wir dann den etwas unkonventioneller Weg gegangen, an der anderen Seite des Berges herunter. Von oben sah das ganze auch relativ ungefährlich aus, als würde es einen Weg geben. Auf dem Abstieg mussten wir dann leider feststellen, dass es doch nicht ein ganz so einfacher Weg ist, und Anna hat schon einen leichten Panikanfall bekommen als ich einmal fast den Hang runter gerutscht bin!
Am nächsten Tag ging es dann mit dem Boot für den ganzen Tag auf die Isla del Sol. Auf dieser soll der Legende nach die Inka Kultur geboren sein, und es gibt viele alte Ruinen zu bewundern. Um diese zu sehen muss man wenn man ankommt erst mal einen Berg besteigen.... wie schon gesagt, nicht meine beste Disziplin! Wir haben es aber alle geschaft und uns dann aufgemacht zu einem Tempel der Innkas. Dort angekommen hatten wir eine ganz süße Führung von einem ca. 10 Jahre altem Jungen. Der hat uns wahrscheinlich den größten Mist zu den Ruinen erzählt, aber das war uns allen in dem Moment egal, weil er so süß war dabei! Die anderen sind dann an der Stelle auch im See baden gegangen (ich hab wegen meiner Erkältung ausgesetzt), was ihnen auch wieder Applaus von einem Boot voller Touristen eingebracht hat! Um 3 Uhr mussten wir wieder am eigentlichen Hafen sein, um mit dem Boot zurück nach Copacabana zu fahren. Allerdings hatte keiner von uns so richtige Lust den Berg wieder ganz noch oben zu laufen um dann an der anderen Seiten bis zum Hafen runter zu steigen. Also haben wir einfach ein paar Männer mit Booten dort angequatscht, und der eine meinte er schickt uns ein Boot. Unglaublicherweise kam dann eine dreiviertelstunde später wirklich ein Boot für uns! Es war ein kleines blaues Ruderboot, das zwei Männer ruderten. Die haben uns dann für ein kleines Trinkgeld bis zum Hafen zurück gebracht, w wir, dank der Zeitersparnis noch lecker Fisch aus dem See zum Mittag essen konnten.
Abends ging es dann im Bus zurück nach La Paz. Dort ließ uns der Busfahrer an einer sehr zwielichtigen Ecke heraus. Hinter uns standen ganz viele junge Kerl e in kleinen Grüppchen zusammen. Während wir unsere Rucksäcke schulterten und uns auf die Suche nach einem Taxi machten hielt auf einmal ein Jeep der Polizei und 5 Polizisten sprangen herunter, sodass alle Kerle so schnell sie konnten weg rannten. Ich weiß nicht wo wir dort rein geraten sind.... Es kam dann auch direkt ein ganz freundlicher Polizist zu uns, der uns geraten hat uns doch lieber schnell von hier zu entfernen, was wir dann auch direkt gemacht haben!
Am nächsten Tag sind wir dann einfach, ohne jeglichen größeren Plan, durch La Paz gelaufen. Mir gefällt die Stadt echt gut, und man kann ewig über die Märkte streifen auf denen sie jeglichen Ramsch verkaufen. Wir waren von mittags bis abends unterwegs, und als wir um 8 Uhr auf unserem Zimmer waren dann auch alle zu faul noch mal aufzustehen und was essen zu gehen. Also haben Anna, Lorenz und Ich für die anderen essen geholt! Wir sind mit einem Taxi zu einem Mexicaner gefahren und haben so viel Essen mit zurück gebracht wie wir tragen konnten, und dann gab es ein schönes Picknick auf dem Boden in unserem Zimmer! J
Am nächsten Morgen sind wir dann auch in La Paz, dass ja sozusagen in einem Kessel liegt auf einen Aussichtspunkt gelaufen. Der Blick über die Stadt war wirklich beeidruckend, da sich die Häuser, vor allem die der ärmeren Bevölkerung, die ganzen Hänge hochziehen! Wir hatten dann noch bis 5 Uhr abends Zeit, in der wir einfach noch weiter durch die Stadt gstreift sind. Das höhrt sich jetzt vielleicht völlig planlos an, aber so viele top-sehenwürdigkeiten gibt es in La Paz einfach gar nicht! Aber allein das Feeling der Stadt reicht schon! So haben wir zum Beipiel in den 2 Tagen 3 mal bei der gleichen rau auf der Straße leckere Milchshakes mit frishcen Früchten getrunken und uns toto Lama-Föten auf dem hexenmarkt angeschaut! Und natürlich durfte auch ein bisschen Shopping nicht fehlen!
Abends ging es dann in den Bus, und in einer anstrengend Fahrt zurück bis nach Villazon, wo uns Julio dann schon erwartet hat. Nach kurzem Shopping in Villazon und Mittagessen bei den Freunden von Julio in der Kirche ging es dann schon wieder auf die nächste Fahrt, nämlich von La Quiaca bis zurück nach San Marcos. Nach 2 Nächten in Bus und Auto kam ich dort dann auch weniger entspannt, sondern viel mehr völlig fertig an! Aber die zwei Wochen Urlaub waren einfach toll, und ich bin doch sehr entspannt und merke, dass ich mehr Geduld mit den Kindern habe!
Im Moment haben die immer noch Ferien, und so haben wir jetzt einen Plan aufgestellt und machen jeden Tag etwas mit ihnen. Jetzt gleich nähen wir zum Beispiel Kuscheltiere mit ihnen und morgen gibt es eine Wasserbombenschlacht! :)
Ich bin jetzt übrigens schon 5 Monate hier – bald ist Halbzeit! Im März fahren wir aufs Zwishcenseminar nach Chile, und wir sind auch grad dabei uns ein Haus im Dorf zu suchen in das wir dann ziehen dürfen. Und für alle die schon sehnsüchtig darauf warten: Am 9.August betrete ich wieder deutschen Boden! J